Ein Blick in die Vergangenheit
Die Geschichte der Stadt Asperg ist eng mit der umfangreichen Geschichte des Hohenaspergs verbunden. Der Hohenasperg - 356 m hoch - liegt im Norden der Stadt und überragt diese um ca. 90 m. Wohl im ganzen Unterland ist kein Berg zu finden, der eine solch umfassende Rundschau über das weite Gebiet des mittleren Neckarlandes bietet. Somit ist es auch kein Wunder, wenn der Berg schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit als Fliehburg und Herrensitz Bedeutung erlangte.
Das "Kleinaspergle", auf der Anhöhe südlich der Stadt ist ein Hügelgrab eines keltischen Fürsten aus der Zeit um 400 vor Christi Geburt. Reiche Grabfunde aus dem Fürstengrab und anderer Gräber auf der Markung der Stadt Asperg sind heute im Württ. Landesmuseum zu sehen. So ist beispielsweise im Grafenbühl die einzige Sphinx nördlich der Alpen gefunden worden.
Als um das Jahr 500 nach Christi Geburt die Franken die Alemannen südwärts drängten, wurde der Berg Sitz eines fränkischen Gaugrafens, dem auch das Gaugericht unterstand. Im Jahre 819 schenkte der Glemsgaugraf Gozbert seinen Asperger Besitz dem Kloster Weißenburg im Elsaß.
Große Zerstörungen
Aus dem ehemaligen Klosterhof am Fuße des Hohenaspergs entstand ein kleines Dorf, das zunächst den Namen Weihenberg erhielt. Auf dem Berg wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts ein Städtchen gegründet, das mit Privilegien und 1510 mit einem Stadtrecht ausgestattet war. 1534 wurde es nach Weihenberg, jetzt Unterasperg genannt, verlegt.
Die stets wechselvolle Geschichte des Hohenaspergs und damit auch des am Fuße des Aspergs sich langsam ausbreitenden Dorfes war geprägt von den Wirren der damaligen Kriege und den zahlreichen Belagerungen der Festung Hohenasperg.
Am schlimmsten war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, als der Hohenasperg vom August 1634 bis Ende Juli 1635 belagert wurde. Die Bevölkerung des Städtchens floh in alle Richtungen. Fast kein Haus blieb vor der Zerstörung verschont. Erst langsam kehrten die Geflüchteten zurück. Kurz vor Ende des Krieges zerstörte dann eine gewaltige Feuersbrunst einen Großteil der wieder aufgebauten Häuser.
Die Stadt wurde erneut aufgebaut und weitere Kriege, Belagerungen und Zerstörungen gingen über sie hinweg.
1875 wieder Stadtgerechtigkeit
Bis ins 18. Jahrhundert hatte Asperg ein eigenes Amt in Altwürttemberg, das einen eigenen Abgeordneten in die landständische Versammlung nach Stuttgart senden durfte.
Dies änderte sich auf herzoglichen Befehl, als im Jahre 1714 mit der Erbauung der Stadt Ludwigsburg begonnen wurde. Auf Wunsch des Herzogs sollte die neue Residenz mit einem Amt verbunden werden. Hierzu waren jedoch einige Gemeinden notwendig. So verlor Asperg seine Stadtgerechtigkeit.
Erst im Jahr 1875 wurde Asperg nach langem Drängen wieder zur Stadt erhoben.