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Strafgefangene

Strafgefangene auf dem Hohenasperg

Festung Hohenasperg

Auf dem Berg wohnt die Freiheit,
auf dem Asperg aber nicht ...

So wurde früher in einem Lied gesungen.
Der Berg wurde von allen Herrschern schon immer als Gefängnis benutzt.
Er war weit über die Region hinaus bekannt und der Spruch: "Der Hohenasperg ist der höchste Berg Deutschlands, es dauert ewig bis man wieder herunter ist" machte nicht nur im damaligen Württemberg die Runde.

1280
Graf Hartmann von Gröningen wird eingekerkert. Er stirbt 6 Monate später in seiner Zelle

1516
Der Weinberger Vogt Sebastian Breuning wird auf dem Hohenasperg "geführt", verhört und gefoltert. Er gesteht schließlich, dass er auf die Absetzung des Herzoges hingearbeitet habe und wird zum Tode verurteilt

1737
Süß Oppenheimer, der große Finanzier des Herzogs Karl Alexander, wird hier eingekerkert und 1738 in Stuttgart gehängt

1756
Marianne Pyrker, eine Sängerin und die Frau des Stuttgarter Konzertmeisters, wird wegen Ihrer Einmischung in das Familienleben des Herzogs auf die Festung gebracht. Sie verliert Ihren Verstand und wird auf Intervention Maria Theresias 1765 begnadigt.

1777
Der Dichter Friedrich Daniel Schubart wird vom Herzog "um Schubarts Seelenheil willen" auf dem Hohensaperg eingesperrt.
Anfangs in einem Raum nur mit Strohlager, Ofen und einem Ring (zum Anketten) an der Wand, später in einer Zelle im Arsenalbau, macht er hier die Bekanntschaft eines Herrn von Scheidlin. Scheidlin sitzt hier 28 Jahre auf Wunsch seines Bruders.
Schiller besucht Schubart und sagt über ihn: "Ein gefangener Mann, ein armer Mann".

1787
wird Schubart, krank und gebrochen, entlassen und als "Hof- und Theaterdichter zu Stuttgart" vom Herzog eingestellt.

1808
Die "Seperatisten", Opfer religiöser Irrlehren werden hier eingesperrt.

1809
Die "Mergentheimer Aufrührer" werden von Napoleon zu lebenslanger Haft eingesperrt.

1824
Der Reutlinger Landtagsabgeordnete Friedrich List wird hier zu 10 monatiger Haftstrafe verurteilt und kann 1825 unter Verzicht der Bürgerrechte nach Amerika auswandern.

1848
Politische Machtspiele hatten eine Zunahme von Untersuchung- und Strafgefangene aller Stände und Schichten auf der Festung zur Folge, so dass man plante im Schloss Vaihingen/Enz die Gefangenen unterzubringen.

1948
Der Hohenasperg wird zur "Landesstrafanstalt" und zum Sitz der Strafvollzugsschule für Baden-Württemberg bestimmt.
Und in der Folgezeit zum Zentralkrankenhaus für den badisch-württembergischen Strafvollzug erhoben.

Information

Die Texte zu diesen Seiten sind aus der Broschüre "Hohenasperg" entnommen.
Autor: Theodor Bolay, Paul Müller
Herausgeber: Stadt Asperg, 5.Auflage 1998

Weitere Informationen

Website

Weitere Informationen über die Nutzung des Hohenaspergs: http://www.hohenasperg.de

Führungen

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