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Was bedeutet "Lokale Agenda 21"?

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Lokal = vor Ort.
Agenda (lat.) = was getan werden soll.
21 = 21. Jahrhundert.

Die Lokale Agenda 21 wurde im Juli 1992 in Rio von 178 Staaten unterzeichnet. Sie ist ein internationales Aktionsprogramm für eine nachhaltige Zukunft im 21. Jahrhundert. Alle Staaten sind aufgefordert, wirksame Maßnahmen zum Schutz und zur Pflege der natürlichen Umwelt zu ergreifen, um so die existentiellen Lebens- und Umweltbedingungen für den Menschen zu verbessern.

Für die erfolgreiche Umsetzung der Ziele und Maßnahmen ist das Engagement und die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen notwendig. Den Kommunen fällt im Sinne des Leitgedankens der Agenda "global denken - lokal handeln" eine Schlüsselrolle zu.

Um was geht es?

Im Gegensatz zu einem reinen Umweltprojekt hat die Lokale Agenda 21 eine nachhaltige Gemeindeentwicklung zum Ziel. Die Lokale Agenda 21 wird nicht von der Verwaltung gemacht. Der Auftrag lautet, dass in einem Diskussionsprozess mit der Bürgerschaft Themen und Vorschläge entstehen, wie die Stadt zukunftsfähig wird.

Wichtigster Grundsatz ist der Konsens. Die Entwicklung einer Stadt wird umfassend betrachtet und soll in den Bereichen Wirtschaft, Soziales und Umwelt nachhaltig sein.

Die Nachhaltigkeit ist ein Begriff, der eigentlich der Forstwirtschaft entstammt und besagt, dass nur so viel Holz entnommen werden darf, wie auf natürliche Weise nachwachsen kann. Im Sinne der Lokalen Agenda 21 bedeutet sie eine Entwicklung, die ökologische Tragfähigkeit, ökonomische Dauerhaftigkeit und soziale Verträglichkeit zusammenführt und miteinander in Einklang bringt.

Was ist das Ziel?

In den reichen Ländern der Erde leben ungefähr 20 % der Weltbevölkerung, die 80 % des weltweiten Verbrauches an Energie und Ressourcen benötigen. Ebenfalls rund 80 % beträgt der Anteil dieser Länder an den weltweiten Emissionen von Abfällen und Schadstoffen. Auch der übrige Teil der Länder strebt danach, sich - in der Regel nach unserem Vorbild - weiter zu entwickeln. Es war allen an der Konferenz in Rio Beteiligten klar, dass dem Wunsch, alle Menschen auf der Erde könnten eines Tages am Wohlstand teilhaben, die Grenzen unseres globalen Ökosystems entgegenstehen. Angesichts einer rasch wachsenden Weltbevölkerung, den beschränkten Ressourcen und des bereits heute bedenkliche Zustand des Ökosystems (Stürme, Flutkatastrophen und Dürren, selbst in Gebieten, in denen solche Phänomene bislang unbekannt waren) müssen deshalb schnellstmöglich Wege gefunden werden, Wohlstand und Ressourcenverbrauch voneinander zu entkoppeln.

Im langfristig angelegten Handlungsprogramm der Lokalen Agenda 21 wird besonders Wert darauf gelegt, dass die künftige Entwicklung in einer Art und Weise erfolgt, die die Möglichkeiten künftiger Generationen nicht gefährdet und diesen ermöglicht, eigene Bedürfnisse und einen eigenen Lebensstil zu wählen. Es ist nicht nur ein allgemeines Leitbild mit Visionen zu erstellen, sondern es sollen klare und erreichbare Ziele formuliert werden, die mit konkreten Maßnahmen in einem angemessenen Zeitrahmen auch in finanzieller Hinsicht umgesetzt werden können.

Die Kommune ist aufgefordert, in einen Dialog mit Bürgern, örtlichen Organisationen, Verbänden, Parteien, Kirchen, Wirtschaft, Jugendlichen In einem Konsultationsprozess sollen Ziele und Visionen formuliert, abgewogen und zu einem Konsens geführt werden. Themen für zu gründende Arbeitskreise oder Diskussionsgruppen sollen sich aus einer Auftaktveranstaltung ergeben. Bisherige Aktivitäten der Bürgerbeteiligung und laufende Projekte können hierbei gegebenenfalls eingebaut werden.

Generell kann gesagt werden, dass eine bunte Vielfalt an Arbeits- und Beteiligungsformen besteht.

Die Entstehungsgeschichte der Lokalen Agenda 21 Initiative in Asperg

Der Gemeinderat und die Verwaltung haben sich im Jahr 1999 über die Lokale Agenda 21 informiert, den Einstieg in den Agenda-Prozess diskutiert und den Leitgedanken über alle Fraktionen hinweg begrüßt. Am 18. April 2000 hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, die Lokale Agenda in Asperg einzuführen. Die Bevölkerung wurde im Vorfeld der für den 1. Februar 2001 terminierten Auftaktveranstaltung über die Lokale Agenda 21 und ihre Ziele informiert.
Auf einer Bürgerversammlung am 13. April 2000 wurde der Öffentlichkeit die Lokale Agenda 21 vorgestellt. Am 18. April 2000 hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, eine erfahrene Institution für die Betreuung des Agenda-Prozesses und für die externe Moderation der zu bildenden Arbeitsgruppen auszuwählen. In der Gemeinderatssitzung am 27.06.2000 wurde das Büro Institut für Sozial- und Umweltforschung - Dr. Kleinmann GmbH (isuf), Büro Baden- Württemberg, Möglingen für die Durchführung der ersten beiden Schritte des Agenda-Prozesses beauftragt. Die Gesamtleitung des Projektes hat Bürgermeister Ulrich Storer übernommen. Die Koordination erfolgt seither durch die Stabstelle für Kultur+Öffentlichkeitsarbeit. Eine vorbereitende Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Schulen, Vereine, Kirche, BdS, des beratenden Büros isuf und der Verwaltung hat danach die Arbeit aufgenommen und grundsätzliche Überlegungen zur Zusammensetzung des Beirates, zur weiteren Öffentlichkeitsarbeit sowie zur Vorbereitungen der Auftaktveranstaltung besprochen. Mehrere Treffen haben stattgefunden. Gemeinsam wurde der Slogan "AZ, Aspergs Zukunft gemeinsam gestalten" ausgewählt und zusammen mit einer Anpassung des Asperger Logos auf die Asperger Agendaaktivitäten aufmerksam macht. Die Verwaltung hat zusammen mit dem betreuenden Büro eine Informationsaktion durchgeführt, damit möglichst viele Asperger Bürgerinnen und Bürger die Ziel und Hintergründe der Agenda 21 kennen lernen, an der Auftaktveranstaltung teilnehmen und sich anschließend im Asperger Agenda-Prozess engagieren. Die Auftaktveranstaltung fand am Donnerstag, den 1. Februar 2001 in der Asperger Stadthalle statt und war mit einem Markt der Möglichkeiten verbunden in dem Asperger Gruppen, Vereine und Firmen Ihre Aktivitäten vorstellten.   Da es kein allgemeingültiges Patentrezepte gibt, soll jede Kommune ihren eigenen Weg finden. Die Öffentlichkeit und gesellschaftlich relevante Gruppen werden beispielsweise durch Arbeitskreise, runde Tische oder Workshops beteiligt. In Asperg werden diese Gruppen „Zirkel“ genannt. Ein erstes gemeinsames Treffen der Mitmachwilligen hat am 5. März 2001 stattgefunden. Dort haben sich zunächst folgende Asperger Zirkel gebildet:  
  1. Kultur + Stadtentwicklung
  2. Natur- und Umweltschutz
  3. Verkehr
  4. Zusammenleben

Die Projekte / Aktivitäten der Lokalen Agenda 21 in Asperg

Es gab und gibt vielfältige Aktivitäten, u.a.:

  • Broschüre „Gut durch Asperg“ mit Informationen zur Barrierefreiheit für Behinderte und Familien mit Kinderwagen,
  • Interkommunaler Natur- und Erlebnispfad eingerichtet (2002 beim Landeswettbewerb ausgezeichnet),
  • der Eselsbach renaturiert,
  • die Pflege für landwirtschaftliche Flächen übernommen,
  • Diverse Nistkästen und ein Wildbienenhotel aufgestellt,
  • Mobil-ohne-Auto Tage veranstaltet,
  • Vorschläge für Umgehungsstraßenvarianten erarbeitet, diskutiert und vorgestellt,
  • innerstädische Verkehrskonzepte auch für Radwege erarbeitet,
  • Verschönerungsideen für den Bahnhof,
  • Broschüre „Historischer Rundweg durch Asperg“,
  • An der nachhaltigen Neugestaltung der Stadtmitte mitgewirkt,
  • eine große Ausstellung zur keltischen (Orts-) Geschichte organisiert und dazu ein Keltenbuch geschrieben und veröffentlicht (mit dem Förderpreis des Archäologiepreises Baden-Württemberg 2010 ausgezeichnet).
Seit dem Jahr 2006 haben die Zirkel ihr ehrenamtliches Engagement auf Projektarbeiten bzw. zirkelübergreifende Projekte umgestellt. Derzeit sind noch zwei Zirkel aktiv:  Kultur + Stadtentwicklung sowie Natur- und Umweltschutz. Deren Mitglieder treffen sich regelmäßig in der Cafeteria des Hauses der Senioren bzw. im Besprechungszimmer des Rathauses. Nähere Informationen zu den Treffen und den Aktivitäten finden Sie in den Asperger Nachrichten. Wenn Sie Fragen haben wenden Sie sich bitte entweder direkt an die beiden Zirkelsprecher.

 

Zirkel Natur- und Umweltschutz:
Dagmar Kielkopf, Tel. 660670 bzw. 660690, E-Mail: dmk-tausendsassa@gmx.de

 

Zirkel Kultur und Stadtentwicklung:
Armin Krüger, Tel. 661351, E-Mail: Krueger.Asperg@t-online.de

oder an die Geschäftsstelle der Lokalen Agenda 21 im Rathaus, Telefon 07141 269-231, kultur@asperg.de.

Weitere Informationen

Kontakt

Stadtverwaltung Asperg
Marktplatz 1
71679 Asperg
Fon: 07141/269-0
Fax: 07141/269-253
info@asperg.de

 

Öffnungszeiten

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