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Aktuelles aus Asperg

Gedenken an die Deportation von Sinti und Roma

Historische Abbildungen: Bundesarchiv
Historische Abbildungen: Bundesarchiv

Vom 16. -22. Mai 1940 wurden mehrere hundert südwestdeutsche Sinti und Roma aus Ludwigshafen, Mannheim, der Pfalz, Mainz und Worms auf Anordnung von Heinrich Himmler auf der Sammelstelle Hohenasperg familienweise „rassenhygienisch untersucht“.

Vom Asperger Bahnhof aus wurden sie nach einem Fußmarsch vom Hohenasperg durch die Stadt in die Vernichtungslager nach Polen verbracht.

Dort fielen sie in großer Zahl dem Völkermord der Nationalsozialisten zum Opfer.

Eine Gedenktafel am Asperger Bahnhof, gefertigt von Bildhauer Josef Reinhardt aus Albertsweiler in der Pfalz, erinnert seit Mai 1995 daran.

Wie die historischen Bilder vom Mai 1940 zeigen, beschritten die Sinti- und Roma Familien den Weg durch die Stadt zum Bahnhof am helllichten Tag und auch vor den Augen einiger am Straßenrand stehender Personen. Hermann Weiss, dessen Biographie auch im Museum „Hohenasperg-Ein deutsches Gefängnis“ vorgestellt wird, beschrieb dies wie folgt: „es hat ausgesehen wie ein Trauerzug“.

Bereits 2020 jährten sich die schrecklichen Ereignisse aus dem Frühjahr 1940 zum 80. mal. Sowohl 2020 als auch 2021 konnten die geplanten Gedenkveranstaltungen aufgrund der Pandemie jedoch nicht stattfinden.

Gemeinsam mit Vertretern des Landesverbandes der Sinti und Roma gedachte Bürgermeister Christian Eiberger am Mahnmal am Asperger Bahnhof.
Gemeinsam mit Vertretern des Landesverbandes der Sinti und Roma gedachte Bürgermeister Christian Eiberger am Mahnmal am Asperger Bahnhof.

In kleinerem Rahmen als ursprünglich geplant, wurde das Gedenken am vergangenen Samstag, 21.05.2022 nachgeholt. Zuerst mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal am Bahnhof und anschließend mit einer Gedenkveranstaltung im Keltensaal.

Bürgermeister Christian Eiberger ging dabei darauf ein, dass das Erinnern an die Ereignisse vor über 80 Jahren heute wichtiger denn je sei. „Für Freiheit und Demokratie, für Menschenrechte muss immer und kontinuierlich eingestanden werden“.

Ilona Lagrene vom Landesverband der Sinti und Roma schilderte eindrücklich die damaligen Ereignisse wieder. Viele ihrer Familienmitglieder wurden damals deportiert. Zu den Zeitzeugen und wenig Überlebenden gehört auch ihre Schwester, die mit vier Jahren die Geschehnisse miterleben musste.

Beide riefen dazu auf, nicht wegzuschauen oder zu verdrängen, sich Ausgrenzungen entgegenzustellen, einzuschreiten, wenn es um Fremdenhass oder Rassismus geht, sich zu erinnern und das moralische und ethische Gewissen zu schärfen.

Im Anschluss wurde der Film „Weg der Erinnerung“ gezeigt, welcher von Schülerinnen und Schülers des Internationalen Bundes Asperg in Zusammenarbeit mit dem Haus der Geschichte entstanden ist. Auch er schildert nochmals eindrücklich den Weg der Gefangenen vom Hohenasperg zum Asperger Bahnhof und von dort in die Vernichtungslager.

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