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Die keltischen Prunkgräber Kleinaspergle und Grafenbühl

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  • Die keltischen Prunkgräber Kleinaspergle und Grafenbühl

Allgemeines

Das Kleinaspergle liegt noch gut sichtbar auf dem Höhenrücken zwischen Asperg und Möglingen. Es wurde 1879 von Oskar Fraas mit einer bergmännisch angelegten und spektakulären Stollengrabung untersucht. Die Hauptkammer war antik beraubt, in einer reich ausgestatteten Nebenkammer fanden sich einzigartige Funde die alle Erwartungen übertrafen. Das durch Holzrahmen begrenzte Grab war 3 auf 2 Meter groß. Soweit aus den Grabungsberichten und Zeichnungen ersichtlich ist, lag in der auf 430 v. Chr. datierten Kammer ein Häufchen Asche, dicht dabei ein Ring, eine eiserne mit Goldblech belegte Gürtelschnalle, ein Dutzend rund geschlagener Goldplättchen und vier Goldblechstreifen. Auf der anderen Seite des Aschenhäufchens fanden sich zwei griechische Tonschalen und zwei Aufsehen erregende goldene Trinkhornenden. An der östlichen Seite standen vier Bronzegefäße: ein großes Becken, in dem eine Holzschale lag, eine als herausragendes Beispiel keltischen Kunsthandwerks geltende bronzene Schnabelkanne, ein Gefäß mit zwei Henkeln und ein gerippter Eimer. An der Stelle der einstigen Stele wurde 1938 ein rechteckiger Gedenkstein eingelassen. Das Gebiet um das Kleinaspergle ist seit 1966 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

1964 stieß man bei Planierungsarbeiten im Gebiet des heutigen privaten und nicht zugänglichen Grundstücks Teckstraße 14 im Wohngebiet Grafenbühl auf ein Grab das von einem mächtigen, teilweise zerstörten Steinsatz bedeckt war. Unter Leitung von Hartwig Zürn vom Staatlichen Denkmalamt wurde der ganze Hügel untersucht. Der nicht mehr sichtbare Hügel dürfte einen Durchmesser von ca. 40 Meter gehabt haben. Die Kammer war bereits antik geplündert. Es fanden sich zwei goldplattierte Bronzefibeln, Reste eines Trinkgeschirrs und zwei bronzene Löwenfüße eines Kesselgestells. Bruchstücke eines eisernen Wagens, verschiedene Gegenstände aus Bernstein, Elfenbein und Knochen. Am schönsten sind zwei aus Bein geschnitzte Sphingen mit aufgesetzten Bernsteingesichtern. Das Grab wird auf 500 v. Chr. datiert.

Die Asperger Keltenfunde befinden sich im Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart. 2007 wurde eine Replik der Schnabelkanne aus dem Kleinaspergle gefertigt, die in den Räumen der Stadt ausgestellt ist.

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