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50 Jahre Friedrich-Hölderlin-Schule

Mit einem großen Festabend und einem Schulfest feierte die Friedrich-Hölderlin-Schule ihr 50jähriges Bestehen.

Schulleiter Thomas Fink zeigte sich erfreut über den großen Andrang. Am Festabend am Donnerstag, 14. Juni, war die Stadthalle sehr gut besucht, darunter auch viele Ehemalige.

Er erinnerte an die Einweihung der Schule am 21. September 1968. In Asperg herrschte seinerseits akute Schulraumnot. 1966 hätten 933 und im Schuljahr 1966/1967 sogar 970 Schülerinnen und Schüler untergebracht werden müssen. An der Goetheschule und auch an der damals noch bestehenden Schubartschule und der Schillerschule habe es keine Plätze mehr gegeben. Seit 1966 waren daher auf dem heutigen Gelände der Friedrich-Hölderlin-Schule bereits Holzpavillions aufgebaut.

Schulleiter Fink erinnerte daran, dass der Bau der Schule in einer finanziell sehr schweren Zeit erfolgte. Der damalige Bürgermeister Trefz hätte bemerkt, „dass die Ordner mit den Akten immer dicker, dafür die Stadtkasse immer magerer werden.“ Oberschulamt und Regierungspräsidium hätten äußerste Sparsamkeit verlangt und hierzu kräftig den Rotstift angesetzt. So wurden unter anderem die geplante Turnhalle, die Hausmeisterwohnung und die Schulküche gestrichen. Und statt wie ursprünglich geplant wurde auch keine Grundschule und eine Hauptschule gebaut, sondern nur eine Hauptschule. Dennoch hätte der Richtschmaus im „Adler“ stattgefunden. Am Ende wäre dann ein Schulgebäude für rund drei Millionen Euro entstanden. „Vielleicht wurde auch deshalb bei der Einweihungsfeier von den Schülern die Bettlerhochzeit aufgeführt“; schmunzelte Schulleiter Thomas Fink. Und dennoch wäre die Presse damals voll des Dankes und Anerkennung für das gelungene Werk gewesen.

Eröffnet wurde der Festabend durch den Chor der Klassenstufen 1 und 2.
Eröffnet wurde der Festabend durch den Chor der Klassenstufen 1 und 2.
Schulleiter Thomas Fink erinnerte an den Neubau vor 50 Jahren.
Schulleiter Thomas Fink erinnerte an den Neubau vor 50 Jahren.

Bis heute hätte sich die Schule den Charme etwas Helles und Freundliches zu sein bewahrt. Er erinnerte daran, dass im Lauf der Jahre immer wieder viel Geld in die Schule investiert wurde um sie auf einem modernen Stand zu halten.

Am 1. Oktober 1993 erfolgte dann letztendlich auch der Spatenstich für die Grundschule, die dann nach den Weihnachtsferien 1995 in Betrieb genommenen wurde und über 10 Klassenzimmer verfügt. Auch die 1968 noch eingesparte Schulküche für die Hauptschule wurde eingerichtet. Erneut wäre das Gebäude aber kleiner gebaut worden als ursprünglich gedacht, so dass man auch hier wieder rund 1,4 Millionen Euro eingespart habe. Erneut wären die Zeiten finanziell nicht rosig gewesen, schmunzelte Schulleiter Thomas Fink erneut.

Dennoch wäre das Gesamtgebäude dann ausreichend groß gewesen um das freiwillige 10. Schuljahr für Hauptschüler anbieten zu können, so dass an der Friedrich-Hölderlin-Schule nun zwischen einem Haupt- und einem Werkrealschulabschluss gewählt hätte werden können. Auch Schüler aus Möglingen, Markgröningen und Tamm nutzten diese Möglichkeit.

2010 war die Friedrich-Hölderlin-Schule dann einem tiefgreifenden Einschnitt ausgesetzt. Die Hauptschule wurde mit der Hauptschule der Gustav-Sieber-Schule in Tamm zusammengelegt und in Tamm entstand eine Außenstelle der Friedrich-Hölderlin-Schule.

„Damit schien der Fortbestand unserer Hauptschule als gesichert. Mit großem Aufwand wurden die beiden Schulen synchronisiert. Doch schon vier Jahre später wurde die Außenstelle aufgelöst und die Abwicklung unserer Werkrealschule zum Ende des jetzigen Schuljahres beschlossen“, resümierte Schulleiter Thomas Fink.

Schuld waren die rückgängigen Anmeldezahlen für die Werkrealschule, die den Fortbestand dieser Schulart in Asperg nicht möglich machten.

Zum Schuljahr 2016/2017 erfolgte dann der nächste Einschnitt in die mittlerweile 50jährige Geschichte der Friedrich-Hölderlin-Schule. Die Grundschule wurde zur Ganztagsschule in Wahlform. Schulleiter Thomas Fink bedankte sich bei den zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die die Friedrich-Hölderlin-Schule seither im Ganztagesbetrieb unterstützen.

Auch den Elternvertreterinnen und Elternvertretern galt sein Dank, verbunden mit der Hoffnung, dass diese der Schule noch lange erhalten bleiben. Mit deren Hilfe bleibe die Schule weiterhin lebendig und vielfältig und mit seinem engagierten und kreativen Kollegium habe er allen Grund zu Optimismus, so der Schulleiter.

Auch Bürgermeister Christian Eiberger ging in seinem Grußwort auf den Wandel im Bildungswesen ein, dem die Friedrich-Hölderlin-Schule in den 50 Jahren ihres Bestehens unterworfen war. Bei der Entscheidung im Dezember 1965 im Gebiet „Lange Äcker“ eine Schule zu bauen, hätte es weder Grund-, noch Haupt- oder Werkrealschule gegeben, sondern ausschließlich die Volksschule. Angebote wie eine Ganztagesschule oder die Schulkindbetreuung wären damals ebenfalls noch kein Thema gewesen, heute aber kaum mehr wegzudenken. Der Wegfall der Werkrealschule sei dabei sehr bedauerlich, habe aber auch ermöglicht, die Grundschule der Friedrich-Hölderlin-Schule in eine Ganztagsschule umzuwandeln. Die steigenden Geburtenzahlen werden ihr Übriges dazu beitragen, die Räumlichkeiten in vollem Umfang nutzen zu können. Die Zukunft der Friedrich-Hölderlin-Schule liege damit im Bereich der Grundschule.

Das Wesen der Grundschule würde sich dabei bereits im Namen der Schulart wiederfinden. „Hier wird der Grund für die schulische Laufbahn gelegt, hier geht es um grundlegende Kenntnisse, auf denen alles weitere Lernen in Schule und Beruf aufbaut“, so Bürgermeister Christian Eiberger. Schule sei dabei nicht nur ein Ort des Lehrens und Lernens, sondern vor allem ein Ort der Begegnung und nach der Familie der wichtigste Ort eines Kindes. Lehrer, der Schulalltag und die Schulfreunde würden Werte und Verhaltensweisen prägen und zur persönlichen Entwicklung, zur Selbstbestimmung, kurzum zum Erwachsenwerden beitragen. Mit der Grundschule beginne dieser so wichtige Lebensabschnitt. Diesen Weg behutsam zu begleiten und zu unterstützen, sei eine große Aufgabe. Eine Aufgabe, der sich die Friedrich-Hölderlin-Schule jedes Jahr aufs Neue stellte und die sie jedes Jahr aufs Neue meistere.

Das diesjährige Jubiläum gelte zwar dem Gebäude, das in 50 Jahren viele Generationen von Lehrern und Schülern hat kommen und gehen sehen. Aber Jubiläum feiere auch das, was diese Schule unverwechselbar mache: ihr Schulklima, ihr guter Ruf, so Bürgermeister Christian Eiberger.

Als Schulträger sei die Stadt Asperg Bildungspartner und konkret bedeute dies, in Bildung müsse investiert werden. Dieser Verantwortung sei sich die Stadt immer bewusst gewesen und werde dies auch weiterhin sein.

Optimale Rahmenbedingungen zum Lehren und Lernen seien wichtig, würden alleine jedoch nicht genügen um eine qualitativ hochwertige Schule zu haben. Die Qualität einer Schule hänge vor allem auch vom Engagement der Beteiligten ab. An der Friedrich-Hölderlin-Schule habe man zum Glück beides, gute Rahmenbedingungen und ein hohes Maß an persönlichem Einsatz der Schulgemeinschaft.

Bürgermeister Christian Eiberger nutzte die Gelegenheit und bedankte sich bei allen Rektoren, Lehrkräften, Sekretärinnen, Hausmeistern, Jugendbegleitern, Ehrenamtlichen, Schulsozialarbeitern und Mitarbeitern der Schulkindbetreuung, die mit großer Hingabe zur Erfolgsgeschichte der Friedrich Hölderlin Schule in den vergangenen 50 Jahren beigetragen haben. Sein Dank galt auch den Vertreterinnen und Vertretern der Schülerschaft, den Elternbeiräten und dem Förderverein. Sie alle würden sich für die Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie für die Weiterentwicklung der Schule einsetzen und somit zur Gestaltung des schulischen Alltags beitragen. Alle am Schulalltag beteiligten würden dafür Sorge tragen, dass die Friedrich-Hölderlin-Schule für Schülerinnen und Schüler ein sehr guter Ort für die persönliche Entwicklung sei. Für die nächsten 50 Jahre wünschte er der Friedrich-Hölderlin-Schule alles Gute.

Bürgermeister Christian Eiberger (rechts) überreichte Schulleiter Thomas Fink als Geburtstagsgeschenk eine Luftbildaufnahme von Asperg.
Bürgermeister Christian Eiberger (rechts) überreichte Schulleiter Thomas Fink als Geburtstagsgeschenk eine Luftbildaufnahme von Asperg.
v.l.n.r.: der Leiter des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg Hubert Haaga, Schulleiter Thomas Fink und Bürgermeister Christian Eiberger.
v.l.n.r.: der Leiter des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg Hubert Haaga, Schulleiter Thomas Fink und Bürgermeister Christian Eiberger.

Auch Hubert Haaga, Leiter des Staatlichen Schulamtes Ludwigsburg, erinnerte daran, dass sich die Ansprüche an Schule und an Bildung in den letzten Jahren stetig gewandelt haben. Bildung, Erziehung und Betreuung seien deutlich stärker zusammengewachsen als es früher der Fall gewesen sei. Gesellschaftliche Veränderungen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch Weiterentwicklungen in den Nachbardisziplinen der Pädagogik würden Schule und Bildung immer wieder dazu zwingen, diesen neuen Anforderungen Rechnung zu tragen. Die Friedrich-Hölderlin-Schule habe die Herausforderungen dieses stetigen Wandels immer angenommen.

„Neue Lernformen, Ganztagsschule, Rhythmisierung des Unterrichts, Schulsozialarbeit, eine breite Kooperationskultur mit außerschulischen Partnern, ein äußerst aktiver Förderverein, aktive Eltern und vor allem engagierte Lehrkräfte - das alles seien Merkmale einer modernen Schule, die die Lernvoraussetzungen der jungen Menschen, ihre Bedürfnisse und die Möglichkeiten der Partner der Schule umfassend bei Ihrer Arbeit berücksichtigt“, so Hubert Haaga. Das alles sei bemerkenswert und zeige eindrücklich, dass die Friedrich-Hölderlin-Schule eine Schule sei, die nie stehen geblieben sei und die immer die Bedürfnisse der ihr anvertrauten jungen Menschen im Blick habe.

Bildungsqualität und Bildungserfolg sei dabei eng verwoben mit der Qualität von Beziehungen. Die Friedrich-Hölderlin-Schule würde diesen Grundsätzen umfassen Rechnung tragen.

Er dankte der Schulleitung, dem Lehrerkollegium, der Stadt als Schulträger, den Eltern, dem Förderverein sowie auch allen außerschulischen Partnern der Schule. Sie alle würden dazu beitragen, dass eine Vielfalt von Angeboten entstünde, die jeder einzelnen Schülerin und jedem einzelnen Schüler die Gelegenheit gebe, sich als aktiven Teil der Schulgemeinschaft einzubringen und zu fühlen. Das alleine sei bereits ein zentraler Wert einer Schule an sich. Für die nächsten 50 Jahre Friedrich-Hölderlin-Schule wünschte auch Hubert Haaga alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Elternbeiratsvorsitzende Karin Kolb hob in ihrem Grußwort auf das gute und vertrauensvolle Miteinander zwischen Kindern, Lehrern und Eltern an der Friedrich-Hölderlin-Schule ab. Auch sie ging auf die zahlreichen Umbrüche an der Friedrich-Hölderlin-Schule in den letzten Jahren ein. Der Übergang zur Ganztagsgrundschule sei für alle am Schulleben Beteiligten eine große Herausforderung gewesen. Dabei habe ihr besonders gut gefallen, dass die Stimme der Eltern immer gehört wurde. Man habe gespürt, dass Schulleitung und Lehrerkollegium die Kinder wichtig sind und man sich intensiv Gedanken mache, wie die Kinder bestmöglichst gefördert werden könnten. Ein ganz besonderer Dank erging auch an die vielen Eltern, die sich immer wieder ins Schulleben einbringen, sei es bei der Begleitung von Ausflügen, beim Sammeln von Spenden oder beim Schneidern von Kostümen für die Theater AG.

Feierlich umrahmt wurde der Festabend vom Chor der Klassenstufen eins und zwei, einem Violinensolostück von Kailun Jin, Schüler der Klassenstufe 4 und der Aufführung der Theater AG und dem Schülerchor mit dem Stück „GemEinsam“, welches von Lehrern und Schülern entworfen, entwickelt und komponiert wurde. Entsprechend groß und langanhaltend war auch der Beifall.

Großen Applaus erntete der Soloauftritt von Kailun Jin aus der Klassenstufe 4.
Großen Applaus erntete der Soloauftritt von Kailun Jin aus der Klassenstufe 4.
Krönender Abschluss des Festabends war die Aufführung der Theater AG.
Krönender Abschluss des Festabends war die Aufführung der Theater AG.